Jungfernhäutchen

Der zarte Stoff aus dem so manche Träume sind. Jungfrauen erregen die Phantasie vieler Männer. Und jede Menge Filme und Magazine handeln von der besonderen Lust, eine Frau mit intaktem Jungfernhäutchen zu besitzen. Der Mythos der Jungfernschaft besteht auch in der aufgeklärten westlichen Welt. Wie so eine Jungfernhaut aussieht, wissen jedoch weder die betroffenen Mädchen, noch Erwachsene. Auch Gynäkologen kennen nicht immer deren Gestalt. Meistens stellt frau/man sich eine pergamentartige Haut in der Scheide vor, die beim ersten Mal durchbrochen wird. In der Realität ist die Jungfernhaut ein Hautring oder Wulst im ersten Drittel der Scheide. Jungfrauen können diese Engstelle mittels Finger leicht fühlen. Bei vielen Mädchen wird aufgrund der Tampons die Verengung geweitet, so dass eine Entjungferung mit geringen Schmerzen und häufig auch ohne Bluten erfolgt. Die Aufregung und Verkrampfung beim ersten Mal führt oftmals zu dem Schmerz, der dann der Entjungferung zugeordnet wird. Jedes Mädchen, das einmal ein Foto des Hautrings gesehen hat, wird ihren ersten Geschlechtsverkehr nüchterner und lockerer erleben.
Bei Männern blüht der Mythos ohnehin weiter. Pornos beschwören den Reiz der Entjungferung. Bordelle bieten symbolisch Jungfrauen an, auch wenn diese Teenager schon länger anschaffen gehen. Im Süden Europas, besonders auf dem Land, wird mit der geforderten Jungfernschaft der voreheliche Sex noch heftig bekämpft. In der Türkei (auch in der Emigration bei uns) gibt es auch heute noch Morde an Mädchen, begangen durch die eigene Familie, falls diese junge Frau keine intakte Jungfernhaut bei der Eheschließung vorweisen kann. Ein grausames Ritual, dem nur Aufklärung entgegengesetzt werden kann.

Siehe auch: Entjungferungsvagina, Hochzeitsmuschi