Peep-Show

Der Kick für Voyeure und Onanisten. En vogue in den 70ern und 80ern. Das Wort Peep-Show kommt aus dem Englischen von `to peep´ und heißt `heimlich zugucken? beziehungsweise `gaffen´. Der Kunde, meist Männer, tritt in eine enge von innen verschließbare Einzelkabine ein, wirft Geld in einen Schlitz und eine Klappe/Jalousie öffnet sich. Eine Minute lang für eine Mark. Dem Voyeur präsentiert sich, getrennt durch eine Glasscheibe, eine nackte, sich räkelnde Frau auf einem Drehteller. Ungefähr alle fünf bis zehn Minuten erscheint eine neue Darstellerin. Die Kabinen, auch Wichskabinen genannt, sind im besten Fall mit einem Wichskübel und/oder Papiertaschentüchern ausgerüstet. Der Peep-Show-Kunde hat nur ein Problem: Er sollte immer genug Markstücke parat haben, sonst muss er mit Geld herumhantieren und das ist bei offenem Hosenlatz nicht gerade einfach. Rechtshänder haben es zusätzlich schwer, weil sich der Einwurfschlitz meist rechts oben befindet. Schon eine Wissenschaft für sich so eine Wichsothek. Aber diese Probleme gehören ohnehin der Vergangenheit an, da nach langen gerichtlichen Streitigkeiten Peep-Shows in Deutschland in dieser Form nicht mehr zugelassen sind.
Der Bundesverwaltungshof entschied 1982, dass Peep-Shows gegen die im Grundgesetz geschützte Menschenwürde verstoßen würden. Der Frau würde dabei eine objekthafte Rolle zugewiesen, ihr Anblick würde wie die Ware eines Automaten durch Münzeinwurf verkauft, hieß es in der Begründung der Richter. Bis Ende der achtziger Jahre musste der Guckkastensex verschwinden. Die meisten Betreiber der `Wichsotheken´ wandelten die Kabinen in Einzel-Videokabinen um. Die Drehteller gibt es noch in offener Form, das heißt ohne Glaswand. Die Männer stehen direkt davor mit dem Bierglas (siehe Bier) in der Hand. Wer es privater will, muss über die Grenze nach Österreich, dort gibt es noch die alten Peep-Shows. Doch die Peep-Show der 90er Jahre findet ohnehin im Internet statt. Tausende von Anbietern zeigen diverse Fotoshows von nackten Frauen und auch Männern. Diese sind zwar eher für ein schwules Publikum gedacht, aber im Bereich des Voyeurismus spielt das ja nicht wirklich eine Rolle. So können auch Frauen mit Hang zum Voyeurismus auf ihre Kosten kommen.

Siehe auch: Joy-Cup, Klappe, Striptease, Table Dance, Telefon