Pornos

"Williger Schlund", "Pussy-Trainer", "Die Pimmel-Puppen", "Am Boulevard der tausend Sünden", "Samenräuber", "Canale Anale" oder "Doppelstecker", ein paar für sich sprechende Titel von Pornovideos. Innerhalb des Sexmarktes in Deutschland (geschätzter Umsatz 800 Millionen) hat die Pornographie einen Anteil von gut 65 Prozent. Im Pornobereich wiederum sind die Videos mit rund 80 Prozent führend. Magazine und Texte sind mit 15 und 5 Prozent eher rückläufig, da das Kaufvideo immer billiger wird. Pornographie (von griechisch "porne" = Hure, "porneuo" = Hurerei treiben und "graphie" = Schrifttum) ist streng genommen unzüchtiges Schrifttum. Texte, Bilder, Filme bilden heute das Genre "Porno". Was unzüchtig ist, ist nicht exakt festgelegt. Jugendgefährdend waren in den 50er und 60er Jahren noch Nacktdarstellungen aller Art, die heute jedoch an jedem Kiosk frei erwerbbar sind. Ein intensiver, langer Zungenkuss gar, war bis Ende der 60er Jahre unzüchtig und damit unter den Pornographiebegriff gefallen. Heute verschwimmt diese Grenze.
Eindeutige Fotos, Texte oder Filme mit deutlich sichtbarem Geschlechtsakt, sind "Pornos". Andeutungen davon, verschwommene Bettszenen oder Umschreibungen werden unter Sex oder Soft-Sex gezählt. Auch die Grenze zwischen dem teuren Aktfotoband in der Buchhandlung und dem billigen Magazin aus dem Sex-Shop hängt vom Umfeld und Vertriebsweg ab. Die Freiwillige Filmkontrolle (FSK) in Wiesbaden bekommt jedoch selten einen Pornofilm zur Einstufung vorgelegt. Brutale Gewaltstreifen sind dort eher in der Debatte. Die Grenzen sind auch kulturspezifisch: In den USA werden weniger "harte" Sexszenen öffentlich präsentiert, als zum Beispiel in Deutschland. Schweden ist restriktiver als Dänemark und die Niederlande. Geregelt wird die Pornographie im § 184 StgB. Dieser verbietet das Zugänglichmachen und Vertreiben von Pornographie. Die Versandhändler (Uhse, Orion und andere) dürfen keine Pornofilme vertreiben, jedoch Sexfilme. Denn beim Versand, anders als im Laden, kann der Verkäufer nicht sicher sein, in wessen Hände die bestellte heiße Ware gerät. Pornos sind mit Ausnahme von Japan im Wesentlichen eine amerikanische und europäische Schweinerei, in islamischen Ländern gibt es keine Pornoindustrie. Asiatische Länder wie Thailand sind erst vor kurzem in das Geschäft eingestiegen. Pornos sind für Männer gemacht, Frauen sehen sich so etwas nur selten an. Das liegt an den Rollenklischees und der vollkommen unrealistischen Art Sex darzustellen: Frauen sähen gerne Pornos, wo der Frau nicht dauernd große Mengen von Sperma ins Gesicht gejagt werden. Andererseits würden Männer gerne Pornos sehen, wo ihnen der Anblick von riesigen, erigierten Schwänzen möglichst erspart bliebe. Das stört sie nur. Wann kommen endlich schöne Pornos auf den Markt???

Siehe auch: CD-Rom, Hardcore, Magazine (erotische), Päderastie, Pädophilie, Softporno, Video