Kästner Versand

Ostdeutsche Lust. Für 17 Millionen Mitmenschen aus der ehemaligen DDR war der Kästner Versand in Dresden bis zur Wende die heißeste Adresse überhaupt. Dort konnte das stramme SED -Mitglied diskret - von der Stasi-Postkontrolle toleriert - Verhütungsmittel bestellen. Kondome der Marke MONDOS gold und MONDOS Luxus waren die Renner des Ost-Sex-Versandes. Auch Verhütungszäpfchen, die aufgrund der problematischen Zusammensetzung später vom Markt genommen wurden, konnte die werktätige Frau im Sozialismus heimlich ordern. Sexartikel, gar Pornographie, wie auf der anderen Seite der Mauer vertrieben, waren in der DDR nur schwer erhältlich - schon gar nicht beim Kästner Versand. Nach der Wende schossen auch im Ossiland Erotik Shops und Videotheken wie Pilze aus dem Boden. Doch so manche Boutique, zuhause in der Garage geführt, wurde mittlerweile wieder geschlossen. Der Kästner Versand bleibt jedoch als Begriff für den DDR Ehehygiene Versand in fester Erinnerung - im Osten, denn im Westen kennt ihn bisher kaum jemand.

Siehe auch: Hongkong, Sexshops, Uhse, Versand