Kondome

Kein Verhütungsmittel ist berühmter als das Kondom: Es ist sichtbar, kommt über das edelste männliche Organ, schmeckt manchmal sogar nach Kiwi, singt oder leuchtet und ist für jeden Gag zu missbrauchen. Die Herkunft des Namens ist immer noch unklar. Ob Dr. Contom der Erfinder war bleibt im Dunkeln. Dr. Contom war Arzt am englischen Hof von König Karl II (1630 - 1685) und fabrizierte aus Hammeldärmen Verhütungskappen gegen Syphilis. Fest steht, dass der kleine südfranzösische Ort "Condom" im Land der langen Baguettes nichts damit zu tun hat. Dort wächst zwar der gute "Rouge du Condmois" und neuerdings hat das Heimatmuseum noch ein Verhütungsmuseum dazu bekommen, doch die Kondome kommen dort nicht her. Fischblasen, Katzendärme und Leinensäckchen waren die frühen Vorläufer der phantastischen Latexhüllen von heute. Dr. Julius Fromm stellte bereits 1913 die ersten Latex Präservative industriell her und erweiterte seine "Fromms" Fabriken später im Berlin der goldenen 20iger Jahre. Damals wie heute waren zwei Gründe ausschlaggebend, warum Männer sich einen Pariser überstülpten: der Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen und vor unerwünschter Vaterschaft.
In Westeuropa kommt das Kondom gleich an zweiter Stelle als Verhütungsmittel nach der Pille und das hat seinen guten Grund. Trotz Chemie gibt es weiterhin sehr viele sexuell übertragbare Krankheiten und diese kann Mann sich nur mit einem Kondom vom Schniedel fernhalten. Der gesundheitsbewusste Mann, der über die Zahl seiner Nachfahren den Überblick behalten möchte, trägt Latex und neuerdings vielleicht auch Plastik. Denn aufgrund der gestiegenen Latexallergien (3% der Normalbürger, 10% der medizinischen Fachleute) wurde endlich das Plastikkondom aus Polyurethan erfunden. Dreimal so teuer, aber äußerlich kaum zu unterscheiden. Die Kondome sind mittlerweile auch genormt. Nach lange gar nichts, kam die dlf (Deutsche Latex Gütesiegel Gemeinschaft) Norm, die DIN Norm, und seit Juni 98 die Euro Norm mit CE Zertifizierung. Jedes Kondom muss nun innerhalb einer Normgröße (max. 56mm/185mm) liegen. Wer besser gebaut ist, muss sich das größte Euro Kondom drüberquälen. Drei Größen sind derzeit auf dem deutschen Markt, viele Farben und Aromabeschichtungen.
Trockene Pariser gibt es nur noch bei der Firma Mapa (Marke Fromms classic), als 3er Packung lieferbar. Und die spermizide Beschichtung ist ebenfalls vom Markt verschwunden, denn ob das bisschen Nonoxynol-9 als Tensid wirklich geholfen hatte, war noch nie bewiesen. Über 195 Millionen Stück verbrauchte alleine die deutsche Männerwelt im Jahr 1997. Während hierzulande nur circa 10% mit Latex verhüten, sind die Japaner wahre Kondomfans. Über 70% aller Aktiven beim Sex im Land der Kirschblüten lieben mit Kondom. Nicht zuletzt deshalb werden dort auch die besten Qualitäten des Weltmarktes erzeugt. Auch wenn morgen ein Wundermittel gegen Aids entdeckt würde, gäbe es dann übermorgen immer noch die Ansteckungsgefahr mit Tripper und anderen netten Krankheiten, mit denen nicht zu spaßen ist. Daher werden Kondome in der Zukunft allein schon vom Infektionsschutz her, das wichtigste Schutzmittel bleiben, auch wenn Mann lieber unten ohne mit ihr oder ihm verkehrt.

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