Korsett

Schönheit muss leiden, das hat schon unsere Oma immer gesagt. Also rein ist das enge Korsett und fest zuschnüren. Das presst die Brüste und den Po raus und die Taille wird ganz schmal. Anhänger dieses Folterinstruments schwören darauf. Es gibt eine regelmäßige Renaissance dieser Schnür-Dessous. In Deutschland gibt es sogar einen Verein, der eine Zeitschrift herrausgibt und Partys veranstaltet. Unter dem Motto: das ist die neue Weiblichkeit! Die Clubmitglieder erregen sich tagtäglich an der Zurschaustellung der Wespentaille und "wechseln dabei sogar ihre Reifen", wie eine der Korsettfrauen stolz erzählt. Der Club nennt sich "Les gracieuese modernes", was soviel wie "die modernen Grazien" heißt. Die Corsagen sind meist aus Leder mit Ösen und Schnürverschlüssen aus Lederkordeln. Neuerdings werden vor allem Mieder aus Latex in glänzendem Rot und Schwarz angeboten. Gibt es auch brustfrei oder nur als Taillenmieder, was wie ein sehr breiter Gürtel aussieht. Corsagen werden gerne bei S/M Rollenspielen angezogen zusammen mit Augenbinden, Lederhüftgürteln und Hot Pants.
Dazu werden sogenannte Bizarr-Korsetts mit Ketten, Nieten und Strapsen getragen. Die Frau wird dabei oftmals vom Mann gewaltsam in das Korsett eingeschnürt, ein Spiel um Schmerz und Unterwerfeung. Eine Domina im schwarzen Schnürkorsett symbolisiert Macht. Bei einigen Fetischisten sind die Zwangs-Dessous jedoch schon tagsüber im Büro zur Dauergarderobe geworden. Früher waren die Mieder mit Stäbchen aus Fischbein verstärkt, heute sind die Versteifungen aus Kunststoff oder flachen Metallspiralen. Ärzte warnen vor den gesundheitsschädigenden Nebenwirkungen dieser Reizwäsche! Sie verformt die Wirbelsäule und quetscht die Organe. Die berühmtesten Anbieter von Korsetts kommen aus England, oft werden sie nach viktorianischem Vorbild geschneidert.

Siehe auch: Bustier, Catsuit, Dessous, Herrenkorsett, Korsage, Mieder, Miedergürtel, Strapse, Viktorianisches Zeitalter