Masochismus

"Quäl mich mit deiner Wimper", stöhnt der vermeintliche Masochist. Der richtige Maso braucht da schon wenigstens eine neunschwänzige Katze, um Lust zu bekommen. Benannt ist der Masochismus nach dem Schriftsteller Leopold von Sacher Masoch,1836-1895, der in seinem berühmten Werk "Venus im Pelz", eine sado-masochistische Beziehung schildert. Dabei zieht der Gequälte seine sexuelle Lust aus der Angst und dem Schmerz, er will sich unterwerfen und von einem Herrn oder einer Herrin gedemütigt werden. In SM-Studios kann sich der Masochist, der im realen Leben nicht selten eine hohe Position innehat, für viel Geld quälen lassen: Peitschen, Fesseln, Aufhängen gehört dazu, oder er muss den Urin seiner Herrin auflecken etc. Meist findet kein Geschlechtsverkehr statt, der Kunde kommt allein durch die brutalen Spiele zum Höhepunkt. In Paarbeziehungen kann das ganze zum Problem werden.
Wem unter unseren Mitmenschen sieht man schon beim gemütlichen Essen mit Kerzenschein und Rotwein an, ob er/sie erst unter Schmerzen so richtig in Fahrt kommt? Wer sich beim ersten Mal, vorsichtig in diese Richtung outet, kann schnell verlassen werden. Das tut dann auch weh! Daher ist es wichtig, die Vorlieben abzutasten und richtig hinzuhören, wenn der/die Neue Intimes preisgibt. Ein Testsatz, so nebenbei: "Manchmal gefällt es mir auch mal so richtig passiv zu sein und ein bisschen gequält zu werden", kann da schon Gewissheit bringen. Eingespielte Paare haben es da schon leichter, falls beide "es" mögen. Denn ist nur einer von beiden gerne der Masochist und sie hat keinen Spaß an derartigen Spielchen, wird es für beide unerträglich und die Beziehung steht ruck zuck auf der Kippe.

Siehe auch: Devotismus, Folter, Halsband, Halsgeige, O-Ring, Rohrstock, Sadismus, S/M-Spiele, Zwangsjacke