Sadismus

Einen anderen Menschen zu quälen, bereitet manchen Menschen sexuelle Lust. Sie peitschen, schlagen, brennen, knebeln oder fügen Stiche mit spitzen Gegenständen zu. Jeder Sadist braucht natürlich einen Masochisten. Die Grenze ist dabei eindeutig: Der/die Gequälte muss damit einverstanden sein. Der Sadist oder die Sadistin erregt es, den anderen Menschen zu beherrschen, ihm Qualen zuzufügen. Der Begriff wurde von dem Sexualforscher Krafft-Ebing eingeführt, der sich dabei auf den französischen Schriftsteller Marquis de Sade (1740-1814) bezog. Beide Partner erregt das Spiel, das oft schon Jugendliche in der Pubertät einüben. Jungens halten Mädchen fest. Diese kreischen und finden es toll, darüber in Kontakt zu kommen. Beide Seiten spielen mit Gewalt und wissen dabei, die Grenze einzuhalten. Wenn nicht, kippt die Sache sofort. Im S/M-Sex wird der Sadismus ritualisiert und in Rollenspielen genussvoll ausgeschmückt. Ob sich der Sadist als strenger Lehrer verkleidet und den Rohrstock schwingt oder ob die Krankenschwester Klistiere verpasst, ist dabei dem jeweiligen Drehbuch überlassen.
Mit allerlei Hilfsmitteln, wie Peitschen, Streckbank, Pranger oder Augenbinden, Knebeln und Fesseln quält der Sadist sein Opfer und wird dadurch immer heißer. Dabei kann der Schmerz allein zur sexuellen Befriedigung führen, Geschlechtsverkehr findet nicht unbedingt statt. Sadismus ist ein Teil von uns. Wer hat nicht schon aus Schadenfreude gelacht oder als Kind einen Regenwurm oder ein anderes Tier gequält. Beim Zweikampf zweier Kinder werden diese Grenzen und Kräfte erprobt. Beim Sex der Erwachsenen ist der Versuch Grenzen zu überschreiten Teil der erotischen Spannung, die sich über Grenzerlebnisse herstellt. Der Sadismus ist auch kommerzialisiert. Es gibt Domina-Studios, in denen sich der Masochist für viel Geld peinigen lassen kann.

Siehe auch: Devotismus, Folter, Galgen, Halsband, Halsgeige, Henkersmaske, Masochismus, O-Ring, Rohrstock, Rückenknebel, S/M-Spiele, Zwangsjacke