Telefon

Der Mensch hat schon immer jedes Medium zum Sex umfunktioniert. Den Liebesbotschaften per Morsezeichen, folgten die Treueschwüre am Telefon. Seitdem das Telefon in fast jedem Haushalt steht, wird es natürlich auch für Sex genutzt. Privates schwüles Geflüster lässt eine Hand am Hörer sein, die andere jedoch in den Schoß rutschen. Prominentester Telefonsexnutzer war kein geringerer als Prinz Charles, Herzog von Edinburgh. Er gestand seiner Außenbeziehung Camilla Parker -während der Ehe mit Diana-, dass er gerne Camillas Tampon sein möchte. Der britische Geheimdienst war mit in der Leitung, so flog die Geschichte irgendwann Mitte der 90er Jahre auf und stand in der Sun. Der anonyme Telefonsex gegen Gebühr, kam erst in den 70er Jahren auf. Der Kunde, von Freier spricht man hier nicht, zahlte zuvor eine Gebühr auf ein Konto ein und konnte dann geile Dienstleistungen per Hörer empfangen. Safe war das allemal.
Viele Filme thematisieren immer wieder das Thema Telefonsex, so zum Beispiel Robert Altmann in "Short-Cuts", wo eine Frau ihr vollgekacktes Baby wickelt, während sie dem geilen Typen am anderen Ende der Leitung heiße Worte ins Ohr flüstert. Da fiel es dann manchem Freund von Telefonsex wie Schuppen vor den Augen: Alles nur gespielt und die "geile Schlampe mit schwarzem Haar" verkam zum strähnigen, blonden Mauerblümchen. Zu Beginn der 80er Jahre gab es zunächst nur ferne Überseetelefonnummern, bei denen der Anrufer ohne Vorkasse Sex bekam, dafür kletterte seine Postrechnung in die Höhe. Seit Beginn der 90er bieten inflationär viele Telefonsexagenturen ihre Nummern in den Werbeblöcken der privaten Sender an und versprechen alle Arten von hörbaren Gelüsten. Die Preise werden auch gleich eingeblendet und sind geradezu zivil. Wer in zwei Minuten zum Orgasmus per Telefon kommen kann, muss nur ein paar Euro abrechnen.
Berühmt wurde der bayrische Landtagsabgeordnete, der vom Dienstapparat im Landtag aus die Sexdamen anrief und den Steuerzahler seine schwache Potenz finanzieren ließ. Er brauchte nachweislich 300 Euro zur Befriedigung. Damit hätte er gleich einen Abend im Puff verbringen können. Schwaben und Schotten stimulieren sich daher am Besten schon mal, bevor sie mit der freien Hand zum Hörer greifen! Tipp: Nehmen sie als Rechtshänder mal die Linke zum Masturbieren - sie werden das Gefühl haben, als ob es Ihnen eine fremde Person macht! Ein Effekt, ganz ohne Gebühren. Und noch was: Es muss ja nicht der teure Telefonsex sein, lesen Sie ihrem Schatz eine erotische Geschichte auf den Anrufbeantworter. Der ruft bestimmt zurück.

Siehe auch: Bildtelefon, Verbalerotik