Versand

Couch-Käufer. Das macht Spaß, im Bett lümmeln und zusammen mit dem Schatz oder auch solo die Seiten mit den Dildos in Delphinform und der sexy Unterwäsche für sie und ihn durchzublättern. Keine Umkleidekabinen mit grellem Licht, wo nur die Problemzonen unnötig angestrahlt werden und keine verschämten Blicke von Gummipuppenkäufern. Beim Sexversand geht es den Kunden vor allem um die Anonymität. Und die bringt Umsatz! Deutsche Spezialversender bieten Mann oder Frau so ziemlich alles auf dem Gebiet Erotik und Lustmittel. Marktbeherrschend sind Orion und Beate Uhse, beide in Flensburg beheimatet. Beide Versender arbeiten aber auch europaweit mit Filialunternehmen. Spezial-Mail-order-Häuser beliefern die kleinen Gruppen von Kunden, die zum Beispiel S/M Sex betreiben, auf Windelsex stehen oder unbedingt Lederdessous suchen. Nicht wenige Versender kennen ihre Kunden daher sehr genau. Anregungen werden ernst genommen und Extrabestellungen werden besorgt oder auf Anfrage sogar hergestellt. Die großen Versender Otto, Quelle, Neckermann, Bader, Schöpflin, um nur einige zu nennen, kommen an den Sexartikeln nicht mehr vorbei, ohne auf hohe Umsätze verzichten zu müssen.
Katalogseiten mit Kondomen, Vibratoren und anderen Sextoys müssen immerhin gute 250.000. Euro Umsatz im halben Jahr bringen, sonst fliegen sie wieder heraus. Der einsamen Hausfrau kommt dieses Angebot zupass. Sie würde niemals bei Uhse und Co bestellen, der nette Massagestab von Quelle kommt äußerlich neutral verpackt ins Haus, zwischen dem T-Shirt für die Enkel und den Socken für den Gatten. Die großen Versandhäuser mögen keine sexistischen, geil aufgeputzten Verpackungen. Der Vibrator schlüpft im Gewand einer Grauen-Maus-Kartonage ins Regal, von dort ins Päckchen und von dort in die aufgeregte Hand der Kundin. Der Erfolg der Sexbranche in Deutschland ist eng verbunden mit der großen Bereitschaft der Deutschen per Versand einzukaufen. Und gerade in der Sexbranche macht es nicht viel Unterschied, ob der Kunde die Ware im Laden im Sack kauft oder vom Foto aus dem Katalog auswählt. Denn in den wenigsten Sexshops werden die Artikel ausgepackt, mit Batterien versehen und dem Kunden vorgeführt. Wer hat den Vibrator schon mal in der Hand gefühlt, bevor er ihn bezahlt hat??? Der Erfolg des Versandhandels wird sich daher auch im elektronischen Warenverkehr des Internet fortsetzen, den Versender als Kosten sparende Erweiterung ihres Vertriebs erkannt haben. Traditionell sind Frauen die besseren Versandhauskunden. Bei Sexprodukten via Internet dürfte das anders sein. Dort dominiert der Mann und ordert seinen Bedarf an Stimulanshilfen. Ein zusätzlicher Markt, der gerade erst eröffnet worden ist.

Siehe auch: Condomeria, Ehehygiene, Hongkong, Kästner Versand, Sexshops, Uhse, Verpackung, Virtueller Sexshop